Websitebaukästen:
meine ehrliche Meinung
Ich sage dir direkt, was du von diesem Post erwarten kannst: keine Werbung, keine Affiliate-Links, keine weichgespülte „es kommt drauf an“ Antwort.
Nur meine ehrliche Meinung als jemand, der täglich mit Websites arbeitet.
Was sind Baukästen überhaupt?
Wix, Squarespace, Jimdo, Webflow sind Plattformen, bei denen du deine Website per Drag and Drop zusammenklickst, ohne eine einzige Zeile Code zu kennen. Alles inklusive: Hosting, Templates, manchmal sogar Domain.
Klingt nach der perfekten Lösung. Und für manche ist es das auch. Für eine Weile.
Die ehrlichen Vorteile: ja, die gibt es
Ich wäre nicht fair, wenn ich so täte, als wären Baukästen komplett nutzlos. Für bestimmte Situationen haben sie echte Vorteile:
Schnell startklar Du kannst innerhalb eines Tages online sein. Kein Hosting einrichten, kein technisches Setup. Einfach anmelden, Template wählen, loslegen.
Günstig am Anfang Die meisten Baukästen kosten zwischen 10 und 30 Euro im Monat. Für jemanden, der gerade erst anfängt und noch kein Budget für eine professionelle Website hat, ist das ein realistischer Einstieg.
Keine Vorkenntnisse nötig Du musst kein WordPress verstehen, keine Plugins installieren, nichts updaten. Das System läuft, du baust.
Optisch ansprechende Templates Die meisten Baukästen haben mittlerweile wirklich schöne Vorlagen. Mit einem guten Template sieht deine Seite schnell professionell aus, zumindest auf den ersten Blick.
Für wen das funktioniert: Wer ganz am Anfang steht, noch herausfindet was das eigene Angebot ist, und einfach erstmal online sein will. Als temporäre Lösung: absolut okay.
Wo Baukästen an ihre Grenzen stoßen
Jetzt kommt der Teil, den die Baukasten-Anbieter nicht in ihrer Werbung zeigen.
Du bist Mieter, kein Eigentümer
Deine Website gehört dir nicht wirklich. Sie sitzt auf einer fremden Plattform, nach deren Regeln. Wenn Squarespace die Preise erhöht, musst du zahlen oder umziehen. Wenn die Plattform dicht macht oder sich grundlegend ändert, ist deine Website weg. Das ist kein hypothetisches Szenario, das ist Realität.
Flexibilität? Bis hierhin und nicht weiter
Am Anfang reicht das Template. Aber irgendwann willst du mehr. Eine spezielle Funktion, eine bestimmte Seitenstruktur, ein individuelles Design das wirklich nach dir aussieht. Und dann stößt du gegen eine unsichtbare Wand. Baukästen sind darauf ausgelegt, dass alle Nutzer dasselbe System verwenden. Individuelle Anpassungen sind entweder unmöglich oder so eingeschränkt, dass das Ergebnis nach Kompromiss aussieht.
Integrationen? Oft nicht möglich oder nur im teuren Paket
Sobald dein Business wächst, willst du mehr als nur eine schöne Seite. Du willst Dinge einbinden wie:
- Meta Pixel für Werbeanzeigen und Retargeting
- Google Analytics für genaue Besucherdaten
- Eine Email-Marketing-Integration wie ActiveCampaign oder Mailchimp
- Ein Bezahlsystem wie Stripe oder Digistore
- Externe Kursplattformen oder Mitgliederbereiche
- uvm.
Bei Baukästen sind viele dieser Integrationen entweder gar nicht möglich, nur über teure Zusatzpakete zugänglich oder so eingeschränkt, dass sie nicht richtig funktionieren. Genau dann merkst du: die günstige Lösung vom Anfang kostet dich jetzt entweder Geld oder Nerven. Meistens beides.
SEO hat seine Grenzen
Suchmaschinenoptimierung ist bei Baukästen möglich, aber eingeschränkt. Der Code im Hintergrund ist oft aufgebläht, Ladezeiten sind langsamer und viele technische SEO-Einstellungen sind schlicht nicht zugänglich. Wer langfristig über Google gefunden werden will, kämpft mit einem Baukasten bergauf.
Der Preis wächst mit
Was mit 12 Euro im Monat anfängt, wird schnell mehr. Zusatzfunktionen, E-Commerce, mehr Speicherplatz, entfernte Werbebanner. Die monatlichen Kosten eines Baukastens über mehrere Jahre summieren sich auf einen Betrag, für den man längst eine professionelle WordPress-Website hätte haben können.
Deine Website sieht aus wie tausend andere
Templates sind Templates. Ja, du kannst Farben und Schriften ändern. Aber die Grundstruktur bleibt dieselbe. Und dieselben Templates nutzen Tausende andere Websites. Das fällt auf, auch wenn man nicht genau sagen kann warum.
Was ich stattdessen empfehle: WordPress
Ich arbeite mit WordPress, und das hat Gründe.
WordPress betreibt über 40% aller Websites weltweit. Es ist Open Source, das heißt es gehört niemandem und kann dir nicht weggenommen werden. Du hast volle Kontrolle über deine Daten, dein Design und deine Funktionen.
Ja, es braucht etwas mehr Einarbeitung am Anfang. Ja, du brauchst ein Hosting und eine Domain separat. Aber dafür bekommst du eine Website, die wirklich dir gehört, die mitwächst, die individuell ist und die keine künstlichen Grenzen hat.
Für Coaches und Solopreneure ist WordPress aus meiner Erfahrung die solideste langfristige Entscheidung. Nicht weil es perfekt ist, sondern weil es dir die Freiheit gibt, die du früher oder später brauchen wirst.
Das Fazit
| Baukasten | WordPress | |
|---|---|---|
| Einstieg | Schnell und einfach | Etwas mehr Setup |
| Kosten kurzfristig | Günstig | Etwas höher |
| Kosten langfristig | Steigen mit | Stabil und kalkulierbar |
| Flexibilität | Eingeschränkt | Unbegrenzt |
| Eigentum | Du bist Mieter | Du bist Eigentümer |
| SEO | Eingeschränkt | Voll optimierbar |
| Individualität | Template-basiert | Komplett individuell |
| Integrationen | Oft eingeschränkt oder teuer | Volle Freiheit |
Baukästen sind kein Betrug. Sie sind ein Werkzeug, aber eines mit einem Ablaufdatum. Für den Anfang können sie Sinn machen. Als langfristige Grundlage für ein ernsthaftes Business tun sie es meistens nicht.
Wenn du dir nicht sicher bist, was für dich gerade die richtige Lösung ist, schreib mir. Gemeinsam finden wir heraus, was du wirklich brauchst.



