Hürde: Domain & Hosting
nur wo?
Du hast dich entschieden. Die Website kommt. Endlich.
Und dann öffnest du Google und tippst „Domain kaufen“ ein.
Zwanzig Minuten später hast du zwölf Tabs offen, drei verschiedene Preismodelle verglichen, dich durch Begriffe wie „Shared Hosting“, „SSD-Speicher“ und „PHP-Version“ gekämpft und weißt immer noch nicht wo du anfangen sollst.
Willkommen bei einer der unterschätztesten Hürden auf dem Weg zur eigenen Website.
Die gute Nachricht: Es ist einfacher als es aussieht. Du brauchst genau zwei Dinge eine Domain und ein Hosting. Und ja, es gibt einen Unterschied.
Domain und Hosting, nochmal kurz zur Erinnerung
Falls du den anderen Post aus dieser Serie noch nicht gelesen hast, hier die Kurzversion:
Deine Domain ist deine Adresse im Internet. Also www.deinname.de. Die kaufst du einmal pro Jahr für ein paar Euro.
Dein Hosting ist das Grundstück auf dem deine Website wohnt. Der Server auf dem alles gespeichert ist. Den mietest du monatlich oder jährlich bei einem Anbieter.
Beide brauchst du. Und meistens bekommst du beides beim selben Anbieter — was die Sache deutlich einfacher macht.
Worauf kommt es bei der Wahl an?
Bevor wir zu konkreten Anbietern kommen, die Kriterien die wirklich wichtig sind — und was sie bedeuten:
Server in Deutschland Wichtig für die DSGVO-Konformität und für schnelle Ladezeiten bei deutschem Publikum. Daten auf deutschen Servern unterliegen deutschem Recht — das ist für dich als Selbstständige relevant.
SSL inklusive SSL ist das kleine Schloss in der Browserleiste — es sorgt dafür dass die Verbindung zwischen deiner Website und deinen Besuchern verschlüsselt ist. Ohne SSL zeigen Browser eine Sicherheitswarnung die Vertrauen sofort zerstört. Heute Standard und bei den meisten Anbietern kostenlos dabei. Bei manchen jedoch nur im teureren Paket — schau genau hin.
Anzahl der inkludierten Domains Wie viele Domains kannst du in einem Paket verwalten? Für den Anfang reicht eine. Wenn du später mehrere Projekte oder Websites planst, lohnt sich ein Paket das mehrere Domains erlaubt — statt für jede einzeln zu zahlen.
Wie viele Kunden teilen sich einen Server? Das klingt technisch, ist aber wichtig. Beim sogenannten Shared Hosting teilen sich mehrere Websites denselben Server. Je mehr Websites auf einem Server laufen, desto langsamer kann er werden — besonders wenn ein anderer Nutzer gerade viel Traffic hat.
Gute Anbieter kommunizieren transparent wie viele Kunden sich einen Server teilen. Schon in mittleren Tarifen wird bei manchen Anbietern vertraglich garantiert dass sich maximal 50 bis 100 Kunden einen Server teilen. Das sorgt für stabilere Ladezeiten — ein kritischer Faktor für SEO und Nutzererfahrung.
E-Mail-Adressen inklusive Kannst du professionelle E-Mail-Adressen über deine Domain anlegen — also hallo@deinname.de? Wie viele? Wie viel Speicher hat jedes Postfach? Das wird oft unterschätzt und erst zum Problem wenn man E-Mails nicht mehr empfangen kann weil das Postfach voll ist.
Backup-Funktion Werden automatisch regelmäßige Backups erstellt? Und kannst du sie selbst wiederherstellen oder musst du den Support fragen? Der Unterschied ist enorm wenn mal etwas schiefgeht.
WordPress-kompatibel Wenn du mit WordPress arbeitest sollte das Hosting das reibungslos unterstützen. Am besten mit einer Ein-Klick-Installation damit du nicht selbst in Dateien herumfummeln musst.
Transparente Preise Manche Anbieter locken mit Einstiegspreisen die nach sechs oder zwölf Monaten deutlich steigen. Was in der Werbung nach drei Euro im Monat aussieht, kann danach acht oder zehn Euro kosten. Immer die Folgekosten prüfen — nicht nur den Einführungspreis.
Die Anbieter: meine ehrliche Einschätzung
AllInkl — mein persönlicher Favorit
AllInkl ist ein deutscher Anbieter mit Sitz in Sachsen, seit über 20 Jahren am Markt. Server in Deutschland, DSGVO-konform, stabile Preise ohne böse Überraschungen nach der Einführungsphase.
Was ich besonders schätze: AllInkl sperrt keine Standardfunktionen um sie dir später als Zusatzpaket zu verkaufen. SSL-Zertifikate über Let’s Encrypt sind unbegrenzt kostenlos und werden automatisch erneuert. SSH-Zugang und automatische Backups gehören einfach dazu.
Die Verwaltung läuft über das selbst entwickelte KAS-System. Optisch war es lange — sagen wir mal — sehr nüchtern und erinnerte an das frühe Internet. AllInkl hat 2025 aber ein Redesign gestartet und modernisiert die Oberfläche gerade. Funktional war es immer gut: Logisch aufgebaut, schnell, alles mit wenigen Klicks erledigt. PHP-Version ändern, Datenbank anlegen, SSL zuweisen — das geht auch ohne technisches Vorwissen.
Bei E-Mail-Postfächern bietet AllInkl je nach Tarif Platz für viele Adressen — und der Speicher lässt sich flexibel auf die einzelnen Postfächer aufteilen statt starr pro Postfach begrenzt zu sein.
Was die Serverbelegung angeht: AllInkl kommuniziert transparent wie viele Kunden sich einen Server teilen — in mittleren Tarifen sind es deutlich weniger als bei vielen Mitbewerbern, was sich in stabilerer Performance zeigt.
Der Support ist ein eigener Punkt wert: Echte Techniker, direkt erreichbar, auch telefonisch. Das ist nicht selbstverständlich.
Für Coaches und Solopreneure die eine solide, unkomplizierte Lösung wollen ist AllInkl meine klare erste Empfehlung.
Ionos
Ionos gehört zu 1&1 und ist einer der größten Hosting-Anbieter in Deutschland. Sehr günstige Einstiegspreise — teilweise unter einem Euro im ersten Monat. Das klingt gut, hat aber einen Haken: Die Kosten steigen nach der Einführungsphase merklich. Wer langfristig plant, sollte die Folgekosten genau anschauen bevor er sich entscheidet.
Gut geeignet für: Alle die günstig starten wollen und sich bewusst sind dass der Preis steigt.
Strato
Strato ist ebenfalls ein großer deutscher Anbieter mit solider Infrastruktur und guten Ladezeiten — besonders für Websites mit deutschem Publikum. Ähnlich wie Ionos mit günstigen Einstiegspreisen die nach der Einführungsphase höher ausfallen. E-Mail-Postfächer sind hier oft auf feste Größen begrenzt — wer viel Speicher braucht, zahlt extra.
Gut geeignet für: Einfache Websites, Blogs, kleine Business-Seiten mit überschaubarem Anspruch.
Raidboxes
Raidboxes ist auf WordPress spezialisiert — und das merkt man. Schnelle Ladezeiten, einfaches Dashboard, Staging-Funktion mit einem Klick, automatische Backups, starker Support. Klimapositives Hosting on top.
Der Haken: Es ist teurer als die anderen. Der günstigste Tarif startet bei etwa 9 Euro netto im Monat — ohne Domain.
Gut geeignet für: Alle die ernsthaft mit WordPress arbeiten, Performance wichtig nehmen und bereit sind dafür etwas mehr zu zahlen. Für einfache Einsteiger-Websites ist es ehrlich gesagt Overkill.
Eine kurze Vergleichsübersicht
| AllInkl | Ionos | Strato | Raidboxes | |
|---|---|---|---|---|
| Server in Deutschland | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| SSL kostenlos | Unbegrenzt inklusive | Inklusive | Inklusive | Inklusive |
| Preise stabil | ✓ | Steigen nach Einführung | Steigen nach Einführung | ✓ |
| E-Mail flexibel | Sehr flexibel | Begrenzt pro Postfach | Begrenzt pro Postfach | Fokus auf WordPress |
| Serverbelegung transparent | ✓ | Eingeschränkt | Eingeschränkt | Dedizierte Ressourcen |
| WordPress-optimiert | Solide | Solide | Solide | Spezialisiert |
| Für wen | Mein Favorit für Selbstständige | Budgetbewusste Einsteiger | Einfache kleine Websites | Ambitionierte WordPress-Projekte |
Was du jetzt tun kannst
Guck dir die Anbieter in Ruhe einmal an und schau welcher für dich am besten passt. Von der Bedienbarkeit, vom Paket, von den Kosten.
Du brauchst sie nicht zwanzigmal vergleichen und fünf Exceltabellen anlegen.
Eine Domain kostet zwischen zehn und fünfzehn Euro im Jahr. Hosting zwischen fünf und fünfzehn Euro im Monat. Das ist keine Entscheidung die dich ruiniert wenn sie nicht perfekt ist.
Und falls es später doch nicht passt: Mit Unterstützung kannst du den Anbieter wechseln. Es ist keine Entscheidung fürs Leben und kein Hexenwerk.
Wenn du dir trotzdem unsicher bist welcher Anbieter für deine spezifische Situation passt, schreib mir. Das klären wir in fünf Minuten.








